winziger Krebs durch ein Mikroskop betrachtet (30-fache Vergroesserung)

Auf dieser Seite erwartet Sie die Funktionsweise eines Mikroskops und Untersuchungen von Wassertropfen.

InhaltsverzeichnisZum Seiteninhalt

www.wissenstexte.de > Physik-Wissen > Optik > Mikroskop

Mikroskop

Ein Mikroskop dient dazu, sehr kleine Gegenstände zu vergrößern, also unter einem größeren Sehwinkel erscheinen zu lassen. (Zum Sehwinkel siehe auch unter Fernrohr.) Wie das Fernrohr besteht es aus zwei Sammellinsen (beziehungsweise Linsensystemen), die auch hier Objektiv (auf der Objektseite) und Okular (auf der Beobachterseite) genannt werden.

Strahlengang im Mikroskop

Der Abstand zwischen Okular und Objektiv ist wesentlich größer als die Summe ihrer beiden Brennweiten. Der Gegenstand liegt dicht vor dem objektseitigen Brennpunkt des Objektivs. Wie auf der Seite Strahlenoptik ausgeführt wird, erzeugt das Objektiv unter diesen Umständen ein umgekehrtes, vergrößertes, reelles Zwischenbild des Gegenstandes. Dieses Zwischenbild liegt innerhalb der objektseitigen Brennweite des Okulars. Damit wirkt das Okular als Lupe (siehe ebenfalls Strahlenoptik; Lupe) und erzeugt ein nochmals vergrößertes, aufrechtes, virtuelles Bild des Zwischenbildes. (Zur Entstehung des virtuellen Bildes siehe auch unter Strahlenoptik; Lupe und virtuelles Bild.)
Insgesamt sieht man also ein stark vergrößertes, umgekehrtes, virtuelles Bild des Gegenstandes.

Abb. 1 ¦ Bildentstehung im Mikroskop   Grafik: Bildentstehung im Mikroskop
Bildunterschrift Konstruktion des Bildes im Mikroskop.
blau = Brennpunkt Objektiv; rot = Brennpunkt OkularBildunterschrift Ende

nach oben springen

Selbstbau-Mikroskop

Bei www.astromedia.de gibt es einen Bausatz für ein kleines Mikroskop für 20- bis 40-fache Vergrößerungen, unter der Bezeichnung „Taschen-Zoom-Mikroskop“. (Nein, ich werde nicht von Astromedia bezahlt, bin auch nicht mit dem Firmeninhaber verwandt oder verschwägert – ich habe nur Spaß an der Bastelei …).
Damit habe ich mal Wasserproben aus unserem Gartenteich „unter die Lupe“ genommen. Für solche Untersuchungen empfiehlt es sich allerdings, etwas mehr Ahnung von Kleinlebewesen im Wasser zu haben als ich. Dass das Algenstück in Wirklichkeit ein Ringelwurm war, habe ich erst hinterher festgestellt und konnte daher davon auch kein Foto machen. Dafür hier Aufnahmen von einem Winzkrebs und einer Larve (oder dem, was ich dafür halte …). (Sollte jemand unter Ihnen die Tierchen erkennen, wäre ich für einen Hinweis dankbar.) Untersuchungen von Leitungswasserproben ließen gar nichts erkennen, was sicher ein gutes Zeichen ist …

Abb. 2 ¦ Krebs (?) mit und ohne Mikroskop   Fotos: Vergleich Krebs mit und ohne Mikroskop
Bildunterschrift Links: winziger Krebs im Teichwasser ohne Mikroskop, Größe etwa 3–4 mm; rechts: derselbe Krebs mit Mikroskop, 30-fache Vergrößerung. (Ich bin keine Fachfrau für Minikrebse in Gartengewässern – es könnte sich also auch um etwas anderes handeln.)Bildunterschrift Ende
Abb. 3 ¦ Larve (?) mit und ohne Mikroskop   Fotos: Vergleich Larve mit und ohne Mikroskop
Bildunterschrift Links: winzige Larve im Teichwasser ohne Mikroskop, Größe etwa 5 mm; Mitte und rechts: dieselbe Larve mit Mikroskop, 30-fache Vergrößerung. Mitte: Kopfende; man erkennt noch schwach flossenähnliche „Anhängsel“. Beim direkten Blick durch das Mikroskop waren sie deutlicher zu sehen; rechts: Schwanzende; hier wimmelte es von kleinen Punkten (und zwar sah es aus, als wuselten die Punkte im Schwanz der Larve herum), die sehr agil herumschwirrten, also offenbar etwas Lebendiges darstellten.
(Ich bin keine Fachfrau für Larven in Gartengewässern – es könnte sich also auch um etwas anderes handeln.)

Großansicht der AbbildungBildunterschrift Ende

Natürlich habe ich auch meine Bernsteinsammlung abgesucht, ob sich irgendwo eine Inkluse findet. Die Funde erwiesen sich jedoch entweder als Verschmutzung auf oder in dem Bernstein oder waren eher Strukturen im Bernstein. Lediglich ein Kandidat blieb übrig – das eingeschlossene Etwas scheint mir zu regelmässig, um eine bloße Verschmutzung im Bernstein zu sein. Es könnte sich um ein Pollenkorn oder so etwas handeln. (Wenn Sie ein Fachmann sind und auf den ersten Blick sehen, dass es doch bloß eine Verschmutzung ist, behalten Sie es für sich und lassen Sie mir die Illusion, ein mehrere zehn Millionen Jahre altes Pollenkorn zu besitzen. Wenn Sie dagegen wissen, welche Pflanze daraus gewachsen wäre, bin ich für jeden Hinweis dankbar.)

Abb. 4 ¦ Bernsteineinschluss unter dem Mikroskop   Foto: Bernsteineinschluss unter dem Mikroskop
Bildunterschrift In einem meiner Bernsteinfunde fand sich diese Struktur – gemeint ist das runde rotbraune Etwas am linken Rand des Bernsteins, auf dem kleinere schwarze Punkte einigermaßen regelmäßig angeordnet sind. Aufgrund dieser Regelmässigkeit habe ich die Hoffnung, dass es mehr sein könnte als bloßer Schmutz. Bei der dunkleren, verschwommeneren Struktur darüber handelt es sich um einen dieser schwarzen Einschlüsse, die oft im Bernstein zu sehen sind und vermutlich bloß eine Verunreinigung darstellen.
Links: das Bernsteinstück ohne Mikroskop, Größe etwa 5–6 mm; rechts: mit Mikroskop bei 35-facher Vergrößerung.Bildunterschrift Ende

Unter dem Mikroskop sieht man auch, dass Zucker und Salz sich gar nicht so ähnlich sehen. Sie unterscheiden sich in der Form und im Glanz. Salz hat eine stumpfe Oberfläche, Zucker glitzert. Wenn man das unter dem Mikroskop gesehen hat, erkennt man den unterschiedlichen Glanz einzelner Körner auch mit bloßem Auge. Zum Vergleich auch noch ein paar Sandkörner.

Abb. 5 ¦ Sandkörner unter dem Mikroskop   Foto: Sand unter dem Mikroskop
Bildunterschrift 40-fache Vergrößerung.Bildunterschrift Ende
Abb. 6 ¦ Zuckerkristalle unter dem Mikroskop   Foto: Zucker unter dem Mikroskop
Bildunterschrift 40-fache Vergrößerung.Bildunterschrift Ende
Abb. 7 ¦ Salzkristalle unter dem Mikroskop   Foto: Salz unter dem Mikroskop
Bildunterschrift 40-fache Vergrößerung.Bildunterschrift Ende

Worauf ich natürlich auch gewartet habe, war der erste Schnee. Die Schneesterne zu fotografieren, war eine echte Herausforderung, da die Temperatur um 0° Celsius betrug und man im Mikroskop zusehen konnte, wie sie schmolzen. Dazu herrschte ein Ostwind, der nicht nur immer das recht leichte Mikroskop umwarf (das Taschen-Zoom-Mikroskop hat einen Tubus aus Pappe), sondern auch für eiskalte Finger sorgte.
(An Schnee (und kaltem Wind) herrschte zu Beginn des Jahres 2010 kein Mangel, weshalb ich die ersten Schneestern-Bilder inzwischen durch neue und bessere austauschen konnte.)

Abb. 8 ¦ Schneekristalle unter dem Mikroskop   Foto: Schneestern unter dem Mikroskop Foto: Schneestern unter dem Mikroskop Foto: Schneestern unter dem Mikroskop Foto: Schneestern unter dem Mikroskop Foto: Schneestern unter dem Mikroskop
Bildunterschrift etwa 25-fache Vergrößerung.Bildunterschrift Ende

© Wiebke Salzmann, Mai 2009

nach oben springen